Category: Deutsch 🇨🇭🇩🇪

  • Warum es wichtiger ist, Freiwillige und Organisationen zu verbinden, als wir denken

    Warum es wichtiger ist, Freiwillige und Organisationen zu verbinden, als wir denken

    Freiwilligenarbeit wird oft als einfacher Austausch dargestellt: Zeit geben, Hilfe erhalten. In Wirklichkeit ist sie jedoch viel mehr als das. Sie ist einer der wenigen Bereiche, in denen individuelle Motivation auf gesellschaftlichen Bedarf trifft. Wo Menschen nicht nur Teil der Gesellschaft sind, sondern aktiv mitgestalten.

    Wenn Freiwillige und Organisationen auf sinnvolle Weise zusammenfinden, werden Gemeinschaften widerstandsfähiger. Menschen fühlen sich weniger isoliert, mehr gesehen und eher in der Lage, etwas Wertvolles beizutragen. Organisationen gewinnen nicht nur Unterstützung, sondern auch neue Perspektiven, Vielfalt und frische Energie. Diese Verbindungen schaffen soziales Gefuege – ein Gefüge, das trägt, wenn Systeme unter Druck geraten.

    Und doch ist Freiwilligenarbeit erstaunlich schwer zugänglich. Viele Menschen möchten sich engagieren, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen. Sie sorgen sich um Zeit, Verbindlichkeit, Relevanz oder darum, ob sie „qualifiziert genug“ sind. Gleichzeitig haben Organisationen oft Schwierigkeiten, Menschen zu erreichen, die wirklich zu ihrer Mission, ihren Werten und ihren Bedürfnissen passen. Das Ergebnis ist kein Mangel an Bereitschaft, sondern ein Mangel an Verbindung.

    Diese Lücke hat Folgen. Sie macht gesellschaftliches Engagement zu etwas, das fern oder überfordernd wirkt. Sie verstärkt die Vorstellung, dass Wirkung nur wenigen vorbehalten ist, statt etwas zu sein, an dem viele teilhaben können. Und sie lässt sowohl Freiwillige als auch Organisationen unter ihrem Potenzial bleiben, trotz ihrer gemeinsamen Ausrichtung.

    Aus gesellschaftlicher Sicht ist Freiwilligenarbeit einer der stärksten Faktoren für Vertrauen und Zugehörigkeit. Sie ermöglicht es Menschen, aus ihren gewohnten Rollen herauszutreten und sich ueber einen gemeinsamen Zweck zu begegnen. Besonders für marginalisierte Gemeinschaften kann freiwilliges Engagement eine Form von Sichtbarkeit, Selbstwirksamkeit und gegenseitiger Fürsorge sein. Es macht abstrakte Werte wie Solidaritaet und Inklusion erfahrbar.

    Was dabei oft im Weg steht, ist nicht fehlende Motivation, sondern fehlende Infrastruktur. Die Werkzeuge, mit denen Menschen mit Engagementmöglichkeiten verbunden werden, spiegeln selten wider, wie Menschen tatsächlich leben. Zeit ist begrenzt. Energie schwankt. Werte spielen eine Rolle. Menschen möchten helfen auf eine Weise, die stimmig, nachhaltig und menschlich ist.

    Ich denke viel darüber nach, was es bedeuten würde, diese Hürden zu senken. Freiwilligenarbeit weniger wie eine Verpflichtung wirken zu lassen und mehr wie eine Einladung. Verbindungen zu schaffen, die sowohl die Bedürfnisse von Organisationen als auch die Lebensrealitäten der Menschen respektieren, die sie unterstützen.

    Ich arbeite derzeit an etwas, das sich leise in diese Richtung bewegt. Es ist ein früher Versuch, neu zu denken, wie Freiwillige und Organisationen zueinander finden können – nicht indem Engagement eingefordert wird, sondern indem Verbindung einfacher, klarer und inklusiver wird. Mehr dazu folgt bald.

    Für den Moment ist dies vor allem eine Anerkennung dessen, warum die Verbindung selbst so wichtig ist. Denn wenn Menschen den richtigen Ort finden, um sich einzubringen, funktionieren Gemeinschaften nicht nur besser. Sie fühlen sich lebendiger an.

  • Warum ich jedes Jahr Kevin allein in New York schaue

    Warum ich jedes Jahr Kevin allein in New York schaue

    Mit der Zeit verschob sich mein Blick auf den Film. Was mich früher vor allem unterhielt, hat heute eine zweite Ebene. Die Figur der Taubenfrau, die Einsamkeit in der riesigen Stadt und die Wärme der Begegnung lassen sich gut mit der Theorie der narrativen Identität verbinden. Diese besagt, dass Menschen ihre Identität durch Geschichten formen – durch Geschichten, die sie über sich selbst, über andere und über die Welt erzählen. Der Film erzählt eine Grossstadterzählung über Einsamkeit, Hoffnung und Unerwartetheit. Vielleicht sehe ich mich darin wieder, weil auch ich in Städten nicht nur Orte, sondern Spiegel sehe: Resonanzräume, die mich gleichzeitig fordern und stärken.

    Es ist denkbar, dass ich den Film jedes Jahr schaue, weil er mich an meine eigenen inneren Erzählungen erinnert. Vielleicht auch, weil er mir eine symbolische Reise ermöglicht, wenn die Energie fehlt, eine reale zu unternehmen. Oder weil er mich an die Bedeutung ästhetischer Bildung erinnert: an die Einsicht, dass Filme, Bilder und Geschichten nicht nur zur Unterhaltung existieren, sondern als Räume, in denen man sich selbst erkennt.

    Und so ist das jährliche Ansehen zu einem stillen Gruss an mich selbst geworden. An die Seite von mir, die in der filmischen Version von New York Freiheit spürt. An die Seite, die ihre Kraft aus Räumen der Fantasie und der ästhetischen Erfahrung zieht. Und an die Seite, die inmitten der Ruhe des Dezembers ein kleines Stück urbane Weite benötigt, um sich wieder zu ordnen.

  • ADHS-Medikation, Wohlbefinden und das Gewicht von Stigma

    ADHS-Medikation, Wohlbefinden und das Gewicht von Stigma

    Über Medikamente zu schreiben fühlt sich immer noch verletzlich an. Nicht, weil das Thema medizinisch besonders kontrovers wäre, sondern weil es etwas sehr Persönliches berührt: die Vorstellung, dass Unterstützung zu brauchen irgendwie ein persönliches Versagen sein könnte.

    Mein Weg zur Medikation war nicht geradlinig. Bevor ich etwas gefunden habe, das mir hilft, habe ich Ritalin ausprobiert, verschiedene Formen von Methylphenidat und weitere Optionen. Jede neue Medikation brachte Hoffnung mit sich, manchmal auch Neugier, oft aber auch Ernüchterung . Manche Mittel halfen bei der Konzentration, machten mich emotional aber flach. Andere aktivierten meinen Körper, während sich mein Kopf seltsam abgekoppelt anfühlte. Keine dieser Erfahrungen war grundsätzlich falsch. Sie waren einfach nicht passend für mich.

    Aktuell nehme ich Elvanse, 50 mg. Diese Zahl aufzuschreiben fühlt sich erstaunlich intim an, weil Zahlen schnell bewertet werden. Deshalb auch hier ganz klar: Das ist keine Empfehlung, sondern nur ein Teil meiner Geschichte. Elvanse hat mein ADHS nicht verschwinden lassen. Ich bin immer noch ablenkbar, überfordert und manchmal erschöpft. Was sich verändert hat, ist etwas Feineres. Die Reibung wurde weniger. Dinge zu beginnen fühlt sich nicht mehr an wie gegen eine unsichtbare Wand zu drücken. Meine Gedanken sind nicht langsam geworden, aber nutzbarer.

    Zusätzlich zu Elvanse nehme ich auch Wellbutrin. Nicht, um produktiver zu sein oder dauerhaft glücklich zu funktionieren, sondern um mein allgemeines Wohlbefinden zu stabilisieren. Für mich unterstützt es meine emotionale Grundlinie. Es nimmt etwas von den scharfen Kanten, die den Alltag früher schwerer gemacht haben, als er sein müsste. Diese Kombination funktioniert für mich im Moment. Das macht sie weder universell noch endgültig.

    Eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich war: Medikation erzeugt keine Motivation. Sie schafft Zugang. Zugang zu Fokus, zu Durchhaltevermögen, zu Wahlmöglichkeiten. Ich brauche weiterhin Struktur, Pausen, Grenzen und Mitgefühl mit mir selbst. Medikamente haben diese Dinge nicht ersetzt. Sie haben sie erst möglich gemacht.

    In diesem Prozess steckt auch Trauer. Trauer über die Jahre, in denen alles so viel schwerer war. Trauer über die Zeit, in der ich meine Schwierigkeiten als moralisches Versagen verstanden habe und nicht als neurologische Realität. Gleichzeitig ist da auch Erleichterung. Die Erleichterung zu begreifen, dass Unterstützung zu brauchen nichts über meinen Wert aussagt.

    Und trotzdem dürfen Medikamente selten neutral sein. ADHS-Medikamente gelten oft als Schummeln. Antidepressiva als Zeichen von Schwäche. Beides trägt eine merkwürdige moralische Last. Diese zeigt sich oft in Form von vermeintlicher Sorge: „Bist du sicher, dass du das brauchst?“ „Hast du schon versucht, dich einfach mehr zusammenzureissen?“ „Aber du wirkst doch ganz normal.“ Diese Fragen klingen fürsorglich, transportieren aber unterschwellig Zweifel und Misstrauen.

    Was mich besonders stört, ist wie stark Medikamente nach Leistung bewertet werden. ADHS-Medikation wird akzeptiert, wenn sie Produktivität steigert. Antidepressiva werden toleriert, wenn sie jemanden für andere angenehmer machen. Selten geht es um Nachhaltigkeit, Würde oder Lebensqualität.

    Bei Brillen, Hörgeräten oder Insulin stellen wir diese Fragen nicht. Niemensch muss beweisen, dass er genug leidet, um Unterstützung zu verdienen, wenn der Bedarf sichtbar ist. Beim Gehirn hingegen wird Hilfe schnell zur Rechtfertigung.

    Medikation ist kein Ersatz für eine Persönlichkeit. Sie nimmt niemandem Tiefe oder Komplexität. Sie löst nicht alles. Sie entfernt lediglich einige Hindernisse. Für manche Menschen ist genau das lebensverändernd. Für andere überwiegen die Nebenwirkungen. Beides ist legitim.

    Für mich sind Elvanse und Wellbutrin Teil eines grösseren Systems: Therapie, selbst entwickelte Werkzeuge, bewusste Pausen, kreative Arbeit und das Lernen, meine Grenzen ernst zu nehmen. Medikamente haben mir kein neues Ich gegeben. Sie haben mir etwas mehr Raum in dem Ich verschafft, das schon da war.

    Und manchmal geht es bei diesem Raum nicht darum, besser zu werden. Sondern darum, endlich wieder atmen zu können.

  • Improvisation für kleine Köpfe

    Improvisation für kleine Köpfe

    Ich glaube fest daran: Kinder haben die wildeste Fantasie – sie brauchen nur einen kleinen Schubs, und schon entsteht ein ganzes Universum. Als jemand, der Improvisation liebt und selbst gerne kreative Tools entwickelt, wollte ich ein einfaches Spiel bauen, das genau diesen Schubs gibt. Daraus wurde: ImproHelper Kids.

    Ein Improvisationsspiel für Kinder – ganz ohne Theaterbühne, dafür mit einer Portion Magie, einer Prise Technik und ganz viel Herz.

    Wie alles begann

    Improvisation war für mich immer ein Raum voller Möglichkeiten. Kein richtig, kein falsch – nur Ideen, Geschichten und Spielfreude. Als ich dann ImproHelper entwickelte – eine App, die auf Knopfdruck eine Szene, zwei Rollen und einen Titel generiert – war für mich schnell klar: Das braucht auch eine Version für Kinder.

    Aber nicht irgendeine Version. Sondern eine, die:

      • inkludiert statt einschränkt
      • kreativ statt perfekt
      • offen für queere Perspektiven ist.

    Was macht  ImproHelper Kids besonders?

    In der Kids-Version habe ich bewusst darauf geachtet, dass die Inhalte kindgerecht, aber nicht klischeehaft sind.

    Jede Szene zeigt ein farbenfrohes, KI-generiertes Bild – wie ein Wimmelbild, das zum Entdecken einlädt.

    Dazu kommen zwei zufällige Charaktere, z. B.:

      • Emil, der vergessliche Einhornpfleger

      • Luna, die Bäckerin mit Zauberhut

    Und ein Titel wie:

      • Die verschwundene Geburtstagstorte

      • Chaos auf dem Mondspielplatz

     

    Kinder (oder Erwachsene mit Spieltrieb) können daraus sofort eine Szene improvisieren – mit Freund*innen, im Unterricht oder einfach zu Hause im Wohnzimmer.

    Ausprobiert – und für gut befunden!

    Ich setze ImproHelper regelmässig in meinen Radiokursen für Kinder und Jugendliche ein – als Aufwärmspiel, um die Kreativität anzukurbeln.

    Gerade wenn die Stimmung noch etwas zurückhaltend ist oder die Gruppe sich noch nicht so gut kennt, hilft das Tool dabei, locker zu werden und spielerisch ins gemeinsame Erzählen zu finden.

    Die Kids lieben es, wie schnell aus ein paar Worten eine ganz eigene Geschichte entsteht – manchmal laut, manchmal schräg, manchmal berührend.

    Warum das auch ein bisschen queer ist

    Kinder wachsen heute in einer Welt auf, die vielfältiger ist als je zuvor. Trotzdem sind viele Kinderspiele immer noch voll von Geschlechterklischees, starren Rollenbildern oder „typischen Mädchen-/Jungen-Figuren“. Das wollte ich anders machen.

    ImproHelper Kids ist offen. Figuren können jeden Namen tragen, jedes Aussehen haben, jede Geschichte. Niemand ist „zu anders“, alles ist erlaubt.

    Und genau das ist für mich queerfreundlich: Vielfalt feiern, ohne sie zu markieren.

    Was kommt als Nächstes?

    Ich plane, das Spiel weiter auszubauen – mit noch mehr Bildern, mehr Modi, vielleicht sogar mit einer Audiofunktion. Und vielleicht – wer weiss – wird daraus eines Tages ein kleines Kartenset für unterwegs.

    Wenn du das Spiel ausprobieren willst oder Ideen hast, wie man es noch besser machen kann: Schreib mir. Oder noch besser: Spiel eine Szene und erzähl mir davon!

    Hier kannst du das Spiel ausprobieren:

  • Growing Up a Computer Nerd in the Late 90s and Early 2000s

    Growing Up a Computer Nerd in the Late 90s and Early 2000s

    There’s something oddly romantic about the screech of a dial-up modem. That awkward, glitchy handshake sound was the gateway to another world—a world where I, a kid growing up somewhere between floppy disks and FireWire, felt completely at home.

    Being a computer nerd back then was a full-on personality. It wasn’t cool. It wasn’t mainstream. While most kids were out playing football or learning to skateboard, I was figuring out how to build websites in HTML or installing obscure Linux distributions just because I could.

    We didn’t have tutorials on YouTube. We had forums, clunky PDF manuals, and a whole lot of trial and error. I learned how to code by breaking things. Then fixing them. Then breaking them again, but on purpose this time—just to see what would happen. The sense of control, of bending machines to your will, was intoxicating. And let’s be honest, sometimes frustrating as hell. But that made the victories taste even sweeter.

    There was a kind of punk spirit to the early internet. We made fan pages for our favorite TV shows with animated GIFs and “under construction” signs. We chatted on ICQ, built avatars for MSN Messenger, and joined shady warez forums just to get our hands on Photoshop 5.5. (Sorry, Adobe. We were poor and hungry for creativity.)

    I’ll never forget the first time I saw a Geocities site and thought, Wait… I can make one of these? And then I did. Probably ten of them. One was a digital diary, one a fan page for – I guess – Britney Spears, and another was just… blinking text and MIDI music. But that was the beauty of it—you could.

    There was a freedom in that era. Fewer rules, more exploration. You wanted a font? You found some sketchy website and downloaded it, virus included.

    You just had to find a way to explain to your parents why nothing worked anymore.

    Looking back, those late 90s and early 2000s nights—hunched over a monitor, tabs open in the browser, a folder full of weird desktop widgets—shaped how I think, create, and communicate today. That era taught me how to teach myself. How to be curious. How to problem-solve without always needing a clear answer first.

    And yeah, today’s tech is faster, sleeker, more “user-friendly.” But I still miss the old chaos sometimes. The weirdness. The challenge. The joy of figuring it out yourself, even if it took all night.

    To everyone who ever stayed up way too late tweaking their Winamp skin or writing a blog post in Notepad: I see you. We helped build the internet. And somehow, it still feels like home.

  • Was Kinder von queeren Erwachsenen lernen können

    Was Kinder von queeren Erwachsenen lernen können

    Ich werde ab und zu gefragt, ob es „in Ordnung“ ist, mit Kindern über Queerness zu sprechen. Die eigentliche Frage dahinter ist oft eine andere: Was brauchen Kinder – und was können sie von queeren Erwachsenen lernen?

    Meine Antwort: Ehrlichkeit, Vielfalt und Sicherheit.

    Kinder brauchen echte Menschen

    Kinder brauchen keine perfekten Vorbilder. Sie brauchen echte. Menschen, die zu sich stehen, die zuhören, die Grenzen respektieren und bei denen sie merken: Hier darf ich ich sein.

    Wenn ich als queerer Erwachsener sichtbar bin – ohne mich zu erklären oder zu rechtfertigen –, entsteht etwas ganz Natürliches: Normalität durch Begegnung. Ich bin einfach da. Und das allein reicht oft schon.

    Kinder brauchen Sprache für Vielfalt

    Kinder wachsen in einer Welt auf, die vielfältig ist – ob sie’s benennen können oder nicht. Sie haben zwei Mamas, einen trans Cousin, eine nicht-binäre Lehrperson oder einfach Fragen, die im Raum stehen.

    Was sie brauchen, sind Worte. Nicht um „alles zu verstehen“, sondern um Dinge einordnen zu können. Um zu merken:

    „Ach so – das ist auch okay.“

    Wenn queere Erwachsene sichtbar und ansprechbar sind, entsteht Raum für diese Gespräche. Ohne Drama. Ohne Aufklärungsshow. Einfach im Alltag.

    Kinder brauchen keine fertigen Antworten, sondern offene Haltungen

    Kinder stellen manchmal unbequeme Fragen. Direkt. Ungeschminkt. Aber nie böse.

    Wenn ein Kind fragt: „Bist du ein Mann oder eine Frau?“ oder „Wieso küsst du einen Mann?“ – dann ist das keine Provokation. Es ist Neugier.

    Was sie dann brauchen, ist keine perfekte Definition. Sondern eine ruhige, ehrliche Haltung:

    „Ich bin einfach ich. Und das ist auch gut so.“

    Kinder spüren schnell: Was ist erlaubt? Was wird belächelt? Was wird gewürdigt?

    Wenn wir als queere Erwachsene nicht nur über Vielfalt sprechen, sondern sie leben, machen wir sie erfahrbar.

    Kinder brauchen queere Erwachsene – als Teil der Welt, nicht als Ausnahme

    Ob als Pädagog*innen, Nachbar*innen, Eltern, Künstler*innen oder einfach als Menschen:

    Unsere Sichtbarkeit ist kein Risiko – sie ist ein Geschenk.

    Kinder lernen durch Begegnung, nicht durch Ausschluss. Und sie brauchen genau das: Erwachsene, die unterschiedlich sind. Damit sie wissen, dass auch sie unterschiedlich sein dürfen.

    Wenn du queer bist und mit Kindern arbeitest (oder welche im Umfeld hast), möchte ich dir sagen:

    Du musst nicht alles wissen, nicht alles erklären. Du musst nur da sein. Und du selbst.
    Das ist mehr, als du vielleicht denkst.
    Und für manche Kinder: eine kleine Rettung.

  • Mit QueerUp Radio Live von der Bern Pride

    Mit QueerUp Radio Live von der Bern Pride

    Gestern, am 29. Juli 2023, durfte ich endlich mal wieder hinters Moderationsmik sitzen. QueerUp Radio, die Sendung die ich zwischen 2011 und 2021 mitmoderieren durfte, sendete LIVE vom Bundesplatz, wo die Bern Pride stattfand.

    Es war ein unglaublich tolles Erlebnis und ich hatte total viel Spass.

  • Mein Abschied von QueerUp Radio

    Mein Abschied von QueerUp Radio

    Nach 10 Jahren verabschiedete ich mich am 19. Dezember 2021 von QueerUp Radio.
    Für mich war schon lange klar, dass mein Herz nicht mehr so fest fürs Radio schlägt.
    In den vergangenen Jahren sind die Radiokurse, welche ich für klipp+klang machen darf, sowie das HAZ-Magazin immer wichtiger für mich geworden.

    Ich habe es immer genossen, Menschen eine Stimme zu geben und spannende Persönlichkeiten kennen zu lernen.

    Jetzt freue ich mich auf die Zukunft in der ich auf meinen Erfahrungen aufbauen und auch von ihnen profitieren kann.

    Neben dem Quartalstalk nahm ich mir in der zweiten und allerletzten Stunde Zeit, mich zu verabschieden und bekam weiter noch einen Überraschungsbesuch vom QueerUp Radio Vorstand.

    Die Überraschung

  • Goodbye, yellow brick road

    Goodbye, yellow brick road

    Nach 10 Jahren queeres Radio habe ich mich entschieden, mich vom Radiostudio zu verabschieden. Am 19. Dezember läuft meine letzte reguläre Sendung auf RaBe. Ein kleiner Rückblick.

    Aller Anfang…

    Ich kann mich noch gut erinnern. Es war 2010 und ich war vollkommen im Aktivismus drin. Was genau ich gerade am pröbeln war und warum mich Moderator Daniel R. Frey eingeladen hat – ich bin mir nicht mehr sicher.
    Jedenfalls waren es tolle 2 Stunden die ich – zum ersten Mal im Leben – in einem echten Radiostudio verbringen durfte.

    Nach der Sendung dann noch ein bisschen Nachgespräch. Irgendwie kam das Thema Radio machen auf. Klar, kann ich mir auch mal vorstellen. Das war der Anfang einer tollen Zusammenarbeit.

    Der Plan war klar: gayradio soll es auch in der Zentralschweiz geben. Moderiert von mir.
    So traf ich mich also mit Menschen vom Jugendradio RadioIndustrie um eine mögliche Sendezeit auszumachen.
    RadioIndustrie war gerne bereit, mir den Samstag von 15-17 Uhr zur Verfügung zu stellen. Zuerst aber sollte ich eine Testsendung machen.

    Am 15. Januar 2011 ging gayRadio Zug über den Äther. Meine erste Gästin war Alexandra “Aleksz” Zvekan.

    Als ich dann 2013 nach Bern zog, übernahm ich vermehrt Sendungen auf RaBe und als das Pendeln zwischen Bern und Zug nicht mehr machbar war, wurde der zuger Ableger… abgelegt.
    Fortan war ich Moderator bei gayRadio Bern.

    Menschen von hier und da – in verschiedenen Rollen.

    In den 10 Jahren On Air durfte ich unglaublich viele spannende Menschen kennenlernen. Musiker:innen, Schauspieler:innen, Aktivist:innen und oftmals auch Menschen wie du und ich.
    Das war mir wichtig; nicht nur denen eine Plattform zu bieten, die sich schon selber Platz nehmen, sondern auch denen, die man eben noch nicht kennt, die aber genauso was zu sagen haben.

    Als es darum ging, 2019 die Sendeleitung neu zu besetzen war ich bereits 8 Jahre dabei und ich fühlte mich bereit, diesen Posten, zusammen mit dem wunderbaren Alex Meier, zu übernehmen. Es folgten einige kleine und grosse Veränderungen. Meine Vision war immer, dass gayRadio eine Art queeres Medienhaus ist. Denn wir waren lange eines der wenigen queeren Sprachrohre, die sich auch “neuen” Themen wie Trans* und Inter* annahmen. So entstand die Idee, ein Portal zu starten. Denn das Team war divers; neben den Radiomachenden konnten wir mit Simiilila auch eine YouTuberin ins Team holen. Und schreiben konnten die meisten auch. Das Portal QueerUp.com wurde gestartet. (Beispiel im Wayback Archive). Das Portal wurde irgendwann 2020 eingestellt und wir konzentrierten uns wieder auf unsere Kernkompetenz: Radio.
    Turns out: Ein Medienportal ist gar nicht so einfach am Leben zu halten 😉

    Und meine Interessen veränderten sich. Mittlerweile 30 Jahre merkte ich, dass ich mir mehr Konstante in meinem Leben wünsche.

    Ein langsamer Abschied

    Mit der Gründung des Vereins “QueerUp Radio” begann ich mich langsam zu verabschieden. Was mich immer mehr interessieren zu begann waren Podcasts. Und Filme. Und mein Radio-Know-How als Workshopleiter weiter zu geben. Und mich beruflich neu zu orientieren. Und das HAZ-Magazin zu gestalten.
    Ich gab immer mehr an Administration ab und ins Studio zu gehen um ein lineares Programm zu gestalten machte immer weniger Spass. Und für den Spass war ich ursprünglich dabei.

    Rückblickend

    Rückblickend hätte ich mir gewünscht, dass mein Abnabeln von QueerUp Radio rascher von statten gegangen wäre. Ich wusste lange, dass es mich weiter zieht. Ich kann nicht sagen, dass ich auf der Höhe meiner Arbeit aufhöre. Das ist aber nicht weiter schlimm. Manchmal verpasst man den Moment halt.
    Trotzdem fühle ich mich wohl in meiner Entscheidung. Ich freue mich, zukünftig meine Medienvorhaben mit meinem neuen Projekt ProudOutLoud weiterzuverfolgen. Mehr Infos dazu: ProudOutLoud.ch

    Und für die vergangenen 10 Jahre

    … möchte ich mich bei sooo vielen Menschen bedanken.
    Allen voran aber beim wunderbaren Daniel R. Frey, der mir einen Platz in einer Community gegeben hat wo ich mich ausleben konnte und der sich nicht zu schade war, meine diversen Furzideen zu unterstützen. Innerhalb und ausserhalb des Radios.
    Nicht zu vergessen ist Alex Meier, der immer ein wertvoller Ruhepol war und ohne den es das heutige QueerUp Radio nicht geben würde.
    Und bei allen Menschen, die mich auf meinem Radioweg begleitet haben. In durchmischter Reihenfolge sind das: Ludwig, Mia, Urs, Selma, Tabea, Alex P., Peter, Henry, Philipp, Silvan und so viele Andere!

    Danke!

    Abschiedssendung

    Am 19. Dezember moderiere ich meine letzte Sendung bei QueerUp Radio.
    Im Jahres-Quartalstalk spreche ich mit spannenden Menschen über das vergangene Jahr. Und dann verabschiede ich mich noch gebührend…

    Auf Radio RaBe hören ↗

    Auf Radio Grenzenlos hören ↗

  • Das Abenteuer Crypto

    Das Abenteuer Crypto

    Seit einiger Zeit interessiere ich mich für Cryptocurrencies. Obwohl ich noch lange nicht alle Aspekte dieser Technologie verstanden habe, war ich lange im Besitz eines Benutzerkontos bei Coinbase und bin nun zur Exchange-Plattform Kraken gewechselt.

    Ich bin kein reicher Mensch. Auch wenn ich mit dieser Tatsache auch schon auf Verwunderung gestossen bin. Ich mache meinen Aktivismus ja weitgehend freiwillig. Bis auf einen kleinen Betrag pro HAZ-Magazin Ausgabe arbeite ich gratis. Mein Geld verdiene ich in meinem gelernten Beruf als Sozialpädagoge.
    Reich werde ich also mit Cryptos voraussichtlich nicht. Denn wer wenig investiert, profitiert auch wenig, wenn der Kurs nach oben geht.

    Trotzdem möchte ich erleben, wie das denn so funktioniert. Und wer weiss, vielleicht kommt damit auch was zusätzliches in meine Kasse.

    Coinbase

    Auf der Suche nach einer geeigneten Plattform für meine Investitionen stiess ich schnell mal auf Coinbase. Diese Plattform wird oft als Anfänger:innenfreundlich angepriesen. Das Konto war schnell angelegt und ich zahlte ein paar Franken darauf ein. Dann wartete ich. Ein Jahr.

    Einzahlen wollen

    Coinbase ist ein amerikanisches Unternehmen und auf den US-Markt ausgerichtet. Einzahlungen gehen dort via Paypal oder Kreditkarte, auch Prepaid. In der Schweiz steht nur die Kreditkarte zur Verfügung. Ohne Prepaid. Und da ich keine “echte” Kreditkarte besitze – und auch keine besitzen will – konnte ich auch keine Cryptos kaufen.
    Die Suche nach einer Plattform, die es mir erlaubt kleine Beträge einzuzahlen – via Prepaidkarte oder andere Formen – begann.

    Kraken

    Neben Binance und Crypto.com gefiel mir Kraken am besten. Viele Features, faire Konditionen und vor allem: einfache Einzahlung via Prepaid-Kreditkarte.
    Meine Cryptos habe ich nun von Coinbase zu Kraken transferiert und zusätzlich noch etwas mehr dazu gekauft.

    Was sind deine Erfahrungen mit Cryptos? Hinterlass mir unten gerne einen Kommentar oder schreib mir an: hallo@fabiohuwyler.ch

  • Eine Reise in die Vergangenheit

    Momentan denke ich oft darüber nach, mal wieder in meiner Heimat, Baar, zu reisen. Nicht nur, um meine Mutter mal wieder zu treffen, sondern auch Freunde aus der Kindheit und Jugend.

    Einen Film über die Wege, die wir eingeschlagen haben.

    Mein Nachbar, Beni, Teil des Hip Hop Duos Fratelli-B

    Caroline Breitler, die eine Country-Musik Karriere macht

    Alexandra, die eine Modeboutique eröffnet hat

    Sam Heller und Miko, die Künstlerinnen

    und die anderen Baarer (Erfolgs-)Geschichten.

    I wonder…

  • Bern, Biel und die Welt auf zwei Rädern

    Ich und Velofahren? Niemals! Wenn schon, dann im Subscription-Modell, zum Beispiel mit dem Publibike.

    Nun, das war ich. Bis vor kurzem…

    Letzte Woche schaffte es mein Schatz endlich, mich zu einer Velotour zu überreden.

    Dank Rent-A-Bike konnten wir uns 2 Flyer E-Bikes reservieren, die wir in Bern abholten und in Biel zurückgeben konnten.

    So machten wir uns an einem schönen Sommertag auf den Weg von A nach B – oder besser gesagt von B nach B.

    Ich war überrascht, wie lange ich fahren mochte. Das letzte dass ich lange auf einem Velo unterwegs war, muss einige Jahre her sein. 10km, 20km, 30km… Ab und zu streng, aber meistens sehr angenehm. Ein konstantes Tempo von 25 km/h. Schöne Landschaft und kühler Gegenwind.

    Bevor ich nun weitererzähle – vor dem grossen Finale – noch eine Präzisierung: Ich war nie GEGEN ein eigenes Velo. Nur gegen die körperliche Anstrengung, die mich jedes Mal davon abhielt, ein Velo auch nach 1 Woche noch zu fahren.

    Die Velotour bestärkte mich, in der Annahme, dass ein E-Bike die Lösung sein könnte. Alle schönen Aspekte des Velofahrens ohne die unnötigen Anstrengungen. Oder nur mit ganz wenigen…

    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich kann mir in ein paar Tagen mein E-Bike abholen!

    Ich freue mich bereits, diesen Sommer noch die eine oder andere Velotour alleine oder zusammen mit meinem Partner zu machen.