Category: Deutsch 🇨🇭🇩🇪

  • Die Mutter aller Coming Outs

    Für eine Aktion von hab queer bern durfte ich einen Text zum IDAHOBIT (International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Transphobia), welcher am 17. Mai stattfindet, schreiben. Hier geht es zur Aktion.


    Ich muss gestehen: Es war nicht an einem IDAHOBIT als ich mich dazu entschied zu meinen Gefühlen zu stehen. Nein, es war online. Auf «Purplemoon» und «PlanetRomeo». Und indem ich queere Menschen in echt getroffen habe und die mir meine Fragen beantworten konnten. Und es war meine Mutter, die mir mein Coming-out und mein Leben erleichtert hat.

    Ich bin ein Einzelkind und in der Zeit meines Coming-out war es meine Mutter, die immer für mich da war. Ich hatte eine Scheissangst mich gegenüber der Person zu outen, die mir nichts als Liebe schenkte und der ich nun vielleicht das Herz brechen würde. Aber ich wusste auch, dass ich diesen ersten Schritt tun musste, um glücklich zu sein.

    Nach meinem Coming-out schenkte mir meine Mutter etwas, was sich wohl alle Kinder wünschen: Akzeptanz und Unterstützung. Sie engagierte sich für die Elternorganisation FELS und marschierte an Prides mit. Und sie nahm an IDAHOBITs teil. Sie informierte Eltern und Interessierte, dass wir existieren und sie gab Kindern und Jugendlichen Mut, zu sich zu stehen.

    Ich weiss nicht, wie es mir heute gehen, wo ich mich im Leben befinden würde, wenn meine Mutter mich nicht akzeptiert hätte. Aber ich weiss, dass ich mich trotzdem geoutet hätte – denn der Weg zu einem selbstbestimmten und glücklichen Leben beginnt immer bei dir!
    Du machst den ersten Schritt allein, auf dem restlichen Weg darfst du auf die Hilfe von Freund*innen und Familie zählen.


    Wenn Du Hilfe beim Coming Out brauchst, kontaktiere zum Beispiel du-bist-du.ch

    Wenn Du Opfer von Gewalt wurdest, melde dich bei der LGBT+ Helpline

  • Erste Interviewerfahrungen (zirka 2001)

    Es muss etwa 2001 gewesen sein. Zuhause bei meinen Grosseltern sind mein Cousin und meine Cousine zu Besuch. Ich teste gerade mein neues Aufnahmegerät und nutze die Gelegenheit für ein erstes Interview. Meine Fragen: Rudimentär. Mein Tempo: Zu schnell oder etwa zu langsam? Das Resultat: Schöne Erinnerung.

  • Ich bin jetzt auch ein kleines sshole

    Ich habs lange versucht und zeitweise sogar sehr gut geschafft: Apple Produkten fernbleiben. Jetzt hat mich das Fieber aber doch gepackt und ich benutze wieder ein iPad und iPhone.

    70% der neuen Benutzer, werden von iPads ins Apple Ökosystem reingezogen.

    … habe ich mal irgendwo gelesen …

    Nachdem ich mir fürs Unterwegs–Arbeiten ein iPad geholt habe, fiel mir schnell auf, dass da einfach alles funktioniert. Die Screentatstatur ist schön angenehm, die App–Auswahl gross und irgendwie ist das Interface Design halt schon toll.
    Noch toller funktioniert alles mit dem Apple Pen. Also her damit.
    Schööön.

    Die Google Apps funktionieren auch in iOS (oder eben iPad OS in meinem Fall). Aber irgendwie sehen sie nicht so schön aus wie die Apple Apps. Hach… Gerade kein Geräteplan offen, warum nicht ein iPhone zutun? Mal schauen… Oh, rote iPhones sehen also schon super aus… Hm… Aber nicht das iPhone 11 Pro, das brauche ich nicht. Das iPhone Xr ist irgendwie hässlich… Oh, das iPhone 11 sieht super aus! Mal in den sunrise Shop… Jeps, hätten sie an Lager… Einmal um den Block laufen und… Deal!

    Ich bin jetzt also auch ein sshole… Zumindest mobil. Mein Schnittcomputer ist immernoch der tolle Dell XPS 15. Ich brauche keinen Mac… Nein! …

    Update:

    Well…

  • Ich bin…

    Ich befinde mich auf dem Weg zurück nach Bern. Vor 30 Minuten sass ich noch mit Hannes und Ulla von der HAZ. Zu Beginn der Sitzung war noch Simon dabei.

    Jetzt sitze ich im Zug nach Bern. Glücklich.

    Ich hatte gerade meine erste HAZ-Magazin Redaktionssitzung.

    Übermorgen werde ich an einer anderen Sitzung teilnehmen. Der Redaktionssitzung von QueerUp Radio. Auch nach dieser Sitzung werde ich glücklich sein. Weil ich nach dieser Sitzung weiterhin Radio machen werde. Jeden 3. Sonntag im Monat. Out&Proud. Die Sendeleitung werde ich abgeben. Oder eben das Präsidium anderen Menschen überlassen.

    Es war ein spannendes Jahr bei QueerUp Radio. Ich durfte den Namenswechsel und die neue Identität des bisherigen GAYRADIO mit umsetzen. Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt und werde die Leitung sicherlich ein bisschen vermissen.

    Am 28. Februar erscheint das HAZ-Magazin 1/2020. Das Thema wird “Familie” sein. Das Thema habe ich gewählt und die wunderbaren Menschen der heutigen Sitzung haben ihm ein Gesicht gegeben.

    Ich war heute sehr aufgeregt und vieles ist für mich neu.

    Ich bin der neue Chefredaktor des HAZ-Magazins. Und ich freue mich auf diese neue Herausforderung.

  • The way to minimalism

    Ich gebe es zu. Ich habe Mühe damit Dinge wegzugeben, zu verkaufen oder sonstwie aus meinem Leben verschwinden zu lassen. Ob Kleider, Möbel, Gadgets oder Firlefanz. Gleichzeitig verspüre ich den Drang, immer das Neuste und Beste der heutigen Technologie zu haben. Zum Beispiel das schnellste Handy (zuletzt das Galaxy Note 9) oder die beste Unterwegskamera (bis vor kurzem GoPro Hero7 Black).

    Das macht Druck. Denn diese Supergeräte müssen ja auch rentieren. Das Smartphone muss herhalten um Videos zu schiessen, Dokumente zu bearbeiten, Notizen zu speichern, eBooks anzuzeigen ab und zu Anrufe zu tätigen, Nachrichten zu schreiben und so weiter und so fort. Die teure Kamera muss supervirale Videos produzieren.

    In letzter Zeit habe ich eine tiefe Unruhe in mir gespürt. Ein riesen Druck. Das hat mich runter gezogen. Im Alltag und in Beziehungen.

    Ich will das Konzept des Minimalismus ausprobieren.

    [Minimalismus …] bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht. Konsumkritische Menschen versuchen, durch Konsumverzicht Alltagszwängen entgegenzuwirken und dadurch ein selbstbestimmtes, erfülltes Leben zu führen.

    Wikipedia “Einfaches Leben”

    Konsumkritisch, ich? Das geht nicht. Vielmehr geht es mir darum, mein Leben zu entschlacken. Die Ruhe zu finden. Meine Energie für mich einsetzen. Vielleicht ist das, was ich zurzeit mache, nicht Minimalismus. Vielleicht ist es einfach eine Notwendigkeit.

    Jetzt ist vieles weg.

    Mein Note 9 ist einem Pixel 2XL mit weniger Funktionen dafür aber vielen Digital Wellbeing Funktionen gewichen. Mit dem Verkauf des Smartphones wird auch mein Smartphone-Abzahlungsvertrag abbezahlt. Mein Smartphone gehört mir. Kein Stress.

    Viele meiner Kleider sind in der Kleidersammlung oder im Abfall gelandet. Ich besitze noch zu viele Stücke, werde in den nächsten Wochen aber gut aufpassen, was ich noch anziehe. Alles andere kommt weg.

    Ich habe meinen Tolino eReader wieder in Betrieb genommen. Bücher lese ich nur noch da. Nicht auf dem Smartphone. Ohne Ablenkungen. Dazu vielleicht Musik oder einfach Umgebungsgeräusche.

    Mein Videoequipment für externe Videoaufträge besteht aus meiner spiegellosen Panasonic G70 und dem Videomic von Rode. Beides ist im Videoschrank, zusammen mit Stativ und Ladekabel, verstaut.

    Unterwegs habe ich meine alte GoPro Hero Session. Sie filmt “nur” in 1080p und nur, wenn ich hervornehme um etwas zu filmen, was wirklich Spass macht. Und wenn ich was filme, macht es Spass. Sonst filme ich nicht.

    Alles, was ich fürs Radiomachen brauche, Mikrofon, Popschutz und so weiter ist auch im Videoschrank.

    Wenn ich heimkomme sehe ich zuerst meinen Bürotisch. Mit meinem Laptop und dem Bildschirm und den Boxen. Sonst ist nichts da. Nur diese Dinge. Links davon mein Gestell mit wichtigen Dokumenten, ein paar Verpackungskartons der Geräte die ich noch habe (um sie bei Bedarf zu Verkaufen) und ein paar inspirierenden Büchern, die ich gerne ausleihe. Wie erwähnt: Was ich noch lesen will, ist auf meinen eReader.

    Ich habe keine Ahnung wie lange ich diesen Weg weiterverfolgen werde. Was ich weiss ist, dass ich mich seit dem Beginn dieses Prozesses vor etwa 2 Wochen bereits schon viel mehr zu mir gefunden habe. Und das tut so unendlich gut.

  • Morgenselfies

    Jeden Morgen, den ich zur ARbeit gehe, mache ich ein Selfie von mir wie es mir zu Arbeitsbeginn geht. Dies sind die Selfies der letzten 8 Tage