Als Kind dachte ich, das Beste am Erwachsensein wäre Freiheit.
Keine Hausaufgaben. Keine Regeln. Niemand, der einem sagt, wann man ins Bett gehen oder was man anziehen soll. Einfach machen, worauf man Lust hat.
Heute bin ich erwachsen und weiss: Die Realität ist etwas komplizierter. Rechnungen bezahlen, Wäsche waschen und Termine organisieren standen in meiner Fantasie damals nicht besonders im Vordergrund.
Trotzdem gibt es Dinge am Erwachsensein, die ich wirklich schätze.
Zum Beispiel die Freiheit, meinen Alltag nach meinen eigenen Bedürfnissen zu gestalten. Ich kann entscheiden, wann ich kreativ sein möchte. Ich kann einen Abend damit verbringen, an einer App zu arbeiten, eine Website zu gestalten oder einen 3D-Druck zu starten, ohne dass jemand fragt, ob das sinnvoll ist.
Ich kann mein Leben mit kleinen Ritualen füllen, die vielleicht nur für mich Bedeutung haben. Einen Kaffee trinken, bevor der Tag richtig beginnt. Ein paar Rätsel lösen. Eine neue Idee verfolgen, nur weil sie mich interessiert.
Als Kind wollte ich oft wissen, wie Erwachsene ihr Leben im Griff bekommen. Heute weiss ich, dass die meisten es nicht so sehr im Griff haben, wie es von aussen aussieht. Viele von uns improvisieren. Viele lernen unterwegs. Viele versuchen einfach ihr Bestes.
Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Erkenntnisse am Erwachsensein.
Niemand hat alle Antworten.
Wir dürfen ausprobieren. Wir dürfen unsere Meinung ändern. Wir dürfen neue Interessen entdecken, alte loslassen und Wege einschlagen, die wir vor fünf Jahren nie erwartet hätten.
Das Beste am Erwachsensein ist für mich deshalb nicht die Unabhängigkeit.
Es ist die Erlaubnis, mein eigenes Leben zu gestalten.
Nicht perfekt. Nicht immer erfolgreich.
Aber auf meine Art.