Tag: ADHD/ADHD

  • Zwei der besten queeren Serien überhaupt sind jetzt auf ARTE

    Zwei der besten queeren Serien überhaupt sind jetzt auf ARTE

    Es gibt schon lustige Zufälle. Mein Mann und ich haben in den letzten Wochen gerade alle vier Staffeln von Please Like Me durchgebinged. Und kaum sind wir fertig, kündigt ARTE an, dass nicht nur Please Like Me, sondern auch Josh Thomas’ Nachfolgeserie Everything’s Gonna Be Okay ab sofort kostenlos verfügbar sind.

    Falls ihr eine der beiden Serien noch nicht kennt: Das solltet ihr ändern. Für mich gehören sie zu den besten queeren Serien, die je gemacht wurden.

    Please Like Me erzählt vom jungen Josh, der sich mit Freundschaften, Familie, Liebe und dem Coming-out auseinandersetzt. Die Serie schafft etwas, das nur wenigen gelingt: Sie ist gleichzeitig urkomisch und herzzerreissend. Sie spricht über psychische Gesundheit, Beziehungen und das Erwachsenwerden mit einer Ehrlichkeit, die sich nie aufgesetzt anfühlt.

    Everything’s Gonna Be Okay führt diesen Ton weiter. Diesmal übernimmt Josh Thomas die Rolle von Nicholas, der nach dem Tod seines Vaters plötzlich Verantwortung für seine beiden Halbschwestern tragen muss. Die Serie erzählt feinfühlig von Familie, Neurodivergenz, queeren Identitäten und dem Versuch, das Leben irgendwie auf die Reihe zu bekommen – ohne dabei jemals den Humor zu verlieren.

    Was ich an beiden Serien besonders mag: Die Figuren wirken wie echte Menschen. Niemand ist perfekt. Niemand hat immer die richtige Antwort. Statt grosser Dramen stehen die kleinen, oft chaotischen Momente des Alltags im Mittelpunkt. Genau das macht sie so besonders.

    Dass jetzt beide Serien kostenlos bei ARTE zu sehen sind, ist eine wunderbare Gelegenheit, sie nachzuholen – oder, so wie wir, gleich noch einmal anzuschauen. Ich kann sie von Herzen empfehlen.

  • Mein Gehirn behandelt neue Interessen wie Notfälle

    Mein Gehirn behandelt neue Interessen wie Notfälle

    Ich weiss nicht genau, wann es passiert, aber plötzlich ist ein neues Thema da. Und ab diesem Moment verhält sich mein Gehirn so, als gäbe es absolut nichts Wichtigeres mehr auf der Welt.

    Normale Menschen entdecken vielleicht ein neues Hobby und denken sich: „Interessant, das probiere ich irgendwann mal aus.“
    Mein Gehirn reagiert eher wie:
    „Wir müssen sofort alles darüber wissen. Sofort.“

    Dann beginnt eine sehr spezifische Phase. YouTube-Videos werden geschaut, Reddit-Threads gelesen, Webseiten verglichen und plötzlich weiss ich mehr über ein Thema, das mich gestern noch überhaupt nicht interessiert hat, als eigentlich notwendig wäre.

    Das Problem ist: Mein Gehirn unterscheidet nicht besonders gut zwischen einer kleinen Neugier und einer neuen Lebensmission.
    So entstehen dann Situationen, in denen ich um zwei Uhr morgens tief in einem Forum über mechanische Tastaturen, 3D-Drucker, Productivity-Apps oder irgendwelche obskuren Gadgets sitze und völlig überzeugt bin, dass genau dieses Thema mein Leben verändern wird.

    Für ungefähr acht Tage.

    Das Faszinierende daran ist, dass sich diese Begeisterung jedes Mal komplett echt anfühlt. Nicht gespielt, nicht oberflächlich. Wenn mich etwas interessiert, dann richtig. Menschen sagen mir oft, dass man mir ansieht, wenn ich für etwas brenne. Und ich glaube, genau das passiert in diesen Phasen.
    Mein Gehirn liebt neue Möglichkeiten. Neue Systeme. Neue Ideen. Neue kleine Welten, in die man eintauchen kann.
    Manchmal bleibt etwas davon langfristig. Viele meiner Projekte sind genau so entstanden. Andere Interessen verschwinden wieder fast so schnell, wie sie gekommen sind.
    Früher dachte ich, das sei ein Problem. Heute sehe ich es entspannter.
    Nicht jede Begeisterung muss produktiv sein. Nicht jedes Interesse muss monetarisiert werden. Und nicht jede Idee muss ein fertiges Projekt werden.
    Manchmal ist es genug, sich einfach kurz komplett für etwas zu begeistern.
    Auch wenn man drei Wochen später plötzlich überzeugt ist, dass man eigentlich unbedingt einen Mini-Plotter braucht.